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Liebeslinie t - Galerie "Gemälde Nebendraußen"

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Liebeslinie t

Liebeslinie
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Andreas erzählt von dem neuen Buch, das er vorhin zu Ende gelesen hat. Wie Isabel eine Frage stellt, geht er zu dem Bord an der Wand gegenüber und zieht das Buch heraus, um ihr mit den Sätzen des Verfassers zu antworten. Er blättert ein bißchen darin herum und blickt dann auf. Isabels Kopf, der zu drei Vierteln dem Schneetreiben draußen zugewandt ist, hebt sich dunkel von der gedämpften Helligkeit des Fensters ab. Von ihrem Gesicht ist so gut wie nichts zu sehen. Aber der Umriß des verlorenen Profils, diese klare, weich gezogene Linie, die unter dem Haar beginnt, an der Schläfe etwas einsinkt, sich über dem Wangenjoch wieder hebt, dann diese rührende Bucht gegen den Mund hin bildet und sich schließlich voller Anmut zum Kinn rundet, dieser unbegreiflich leise Ablauf bietet sich ihm so deutlich und bewegend dar, daß er mit dem Buch in der Hand stehenbleibt und kaum zu atmen wagt.




Manfred Hausmann: Isabel. Geschichten um eine Mutter, Gütersloh 1957, S. 77f.
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40 X 50

Acryl auf Leinwand


ungerahmt
gestaltet 02|26



Hängung:
Sinsheim
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